Tipps zum E-Bass Kauf

Die Suche nach dem idealen, perfekten Bass ist wie die Suche nach dem heiligen Gral; eigentlich eine nie enden wollende, lebenslange Suche.

Wie oft habe ich schon wunderschöne Instrumente verkauft, weil ich dachte, das neue Objekt meiner Begierde würde meine Suche enden lassen. Nein, der neue Bass hatte mich zwar weiter gebracht, aber nach einiger Zeit wurden mir auch seine Unzulänglichkeiten klar, und wenn es nur die Erkenntnis war, dass ein Instrument nicht alle Sounds liefern kann.

Es gibt aber Entscheidungshilfen, die für jeden Basskauf gültig sind.

Zuerst einmal gibt es heute eine große Anzahl von guten Einsteigermodellen in vielen Preisklassen. Deshalb ganz wichtig, vor allem für alle Eltern, die einen Bass finanzieren müssen:

Tipp 1 – Vor dem Kauf eine Preisobergrenze festlegen, um die Auswahl zu begrenzen.

Klar bekomme ich für 100,-€ mehr vielleicht etwas Besseres, aber dieses Argument kann ich bis 4.000,-€ und mehr fortsetzen.

Ein ganz wichtiger Aspekt für die Motivation ein Instrument zu erlernen, ist die Liebe und die Begeisterung für das Instrument. Man muss seinen Bass einfach geil finden:

Tipp 2 – Auch wenn ein anderes Instrument objektiv besser wäre ist es sinnvoller, den begehrten Bass zu kaufen. Man muss morgens, wenn der Bass neben dem Bett steht, Lust und Freude haben seinen Bass anzupacken und zu spielen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ergonomie, das Handling des Basses:

Tipp 3 – Der Bass muss zur Statur des Spielers passen. Ein kleiner Bassist oder ein junges Mädchen sollte nicht auf einem riesengroßen Fender Bass Bass spielen lernen. Ibanez hat z.B. leichte, schlanke und nicht zu große Einsteigermodelle (GSR 200, etc.).

Dagegen darf ein Spieler von großer Statur sich ruhig für einen großen Bass entscheiden ( Ibanez ATK 310, Fender Precision, etc.).

Wichtig ist nur, von Anfang an schwere Belastungen zu vermeiden, denn man sollte sein Instrument lange ohne große Kraftanstrengung spielen können.

Tipp 4 – Auf jeden Fall, den Bass beim Antesten nicht nur im Sitzen spielen, sondern den Verkäufer bitten, ein Tragband zu besorgen und den Bass im Stehen spielen (nicht zu tief hängen). Dabei den Bass auch loslassen – fällt der Kopf mit den Mechaniken Richtung Boden ist der Bass zu kopflastig, was zu einer Überbelastung des rechten Arms führen kann, der den Bass immer wieder in die richtige Spielhaltung drücken will.

Tipp 5 – Auch sollte der Hals die richtige Breite haben – schmaler für kleine Hände, breit für große Pranken.

Tipp 6 – Der Hals sollte nicht zu stark gekrümmt sein.

Siehe auch Artikel über Halskrümmung.

Das Musikhauspersonal bitten, die richtigen Inbusschlüssel für Hals und Steg zu besorgen und prüfen lassen, ob sich die Halsschraube einstellen lässt. Ich habe viele Einsteigerbässe bei meinen Schülern gesehen, bei denen sich der Stahlstab nicht einstellen ließ. Sofort umtauschen!!!!

Noch ein Wort zu der wichtigen Frage, welche Tonabnehmer soll der Bass haben und braucht er eine aktive Elektronik oder nicht.

Ich unterscheide im Prinzip drei grundlegende Tonabnehmertypen:

1. Precision Bass Humbucker
2. Jazz Bass Single Coil Tonabnehmer
3. Music Man Humbucker

Jeder Tonabnehmer hat seine Vor- und Nachteile (Bspl. Jazz Bass – Störgeräusche), aber auch seinen typischen Sound. So sind zum Beispiel die meisten Basslinien der Pop und Rockgeschichte mit einem Precision Bass aufgenommen worden; also mit einem Bass mit nur einem Tonabnehmer. Ein Bass mit zwei Tonabnehmern ist aber schon, vor allem für Slap Sounds, etwas vielseitiger.

Tipp 7 – Habe ich einen aktiven oder einen passiven Bass zur Auswahl, würde ich immer den passiven Bass vorziehen. Das an der Elektronik gesparte Geld, würde ich lieber in einen etwas höherwertigen passiven Bass investieren.

Wenn eine aktiven Elektronik den Sound aufwerten und vielseitiger machen soll, muss sie schon sehr aufwändig gebaut werden – das ist bei einem preisgünstigen Bass nicht möglich. Ich habe bei solchen Bässen schon die Elektronik abgelötet, und siehe da, passiv klang der Bass viel dynamischer und lebendiger, als wäre der Tonabnehmer „befreit“ worden.

Gute Tonabnehmer, kurze Kabelwege, gute CTS Potentiometer und eine gute Switchcraftbuchse sind das Geheimnis eines guten passiven Basssounds. Auch hier gilt wieder: 90% aller Bassaufnahmen der Bassgeschichte sind mit passiven Bässen eingespielt worden.

Tipp 8 – Am Besten zum neuen Bass gleich einen neuen Satz Saiten kaufen (DR, Rotosound, GHS, D´Addario, etc. Kosten ca. 20,- € – 50,- €). Die werkseitig aufgespannten Saiten klingen meistens schlecht und haben eine ungünstige Saitenspannung.

Alle anderen Details, wie Steg, Pickuphöhe, Saitenlage, etc., lassen sich meist einstellen und werden von einem guten Lehrer auch im Unterricht vermittelt und eingestellt. Denn nur ein so gut wie möglich eingestelltes Instrument, ermöglicht ein lockeres unverkrampftes Musizieren und jedes Instrument muss (das gilt auch für jeden Profi) auf die Bedürfnisse des Spielers und dessen Spielweise eingestellt werden.

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